Am 27. Oktober habe ich den 11. Invest in Future Kongress in Stuttgart im Haus der Wirtschaft besucht und einen Vortrag zum Thema „Selbstverantwortetes Lernen mit Zielen“ gehalten. Viele Referenten waren einer Meinung und forderten angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen eine Neuausrichtung der Bildungspolitik in vielen Bereichen.  Dabei stand die Forderung nach einem System, dass individuelles, selbstbestimmtes Lernen fördert und es Kindern ermöglicht, Zutrauen in ihr Können und ihre Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln, ganz eindeutig im Vordergrund.

In meinen Vortrag habe ich die Methode des Lernens mit Zielen, das erfolgreich in den Klax Einrichtungen angewandt wird, vorgestellt. Hier eine Zusammenfassung meines Vortrags:

Wir sind uns alle einig, dass Lernen eine anstrengende Aufgabe ist. Aber sie gelingt dann leicht, wenn der Lernstoff an die Lebenswelt und an den Interessen des Einzelnen anknüpft. Am besten gelingt es aber, wenn Freude und Selbstvertrauen dabei eine Rolle spielen. Lernen ist vor allem auch ein diskursiver Prozess. Es braucht also den Austausch untereinander, viele Diskussionen und Auseinandersetzungen über den vermittelten Stoff oder gelesene Texte. Das regt das Denken an, führt zur Herstellung von Verbindungen zum eigenen Leben und zur Bildung einer eigenen Meinung. Dieser notwendige Diskurs steht aber oftmals im Widerspruch zum Schweigegebot während des Unterrichts.

Ich wäre sehr dafür, das Miteinander an den Schulen so zu organisieren, dass jeder willkommen ist und einen Platz in der Gruppe finden kann. Dazu müsste man sich allerdings vom Hierarchiedenken verabschieden, Lehrer nicht nur in Unterrichtsführung ausbilden und dem Gelingen der Schulkultur einen Vorrang gegenüber dem Unterricht geben, ohne diesen zur Nebensache zu machen.

Die Klax Schulen basieren auf der Überzeugung, dass es möglich ist, jedem Schüler seinen Lernweg und seine Lernleistung zu gewähren. Damit dies nicht als Sozialromantik missverstanden wird, möchte ich klar stellen, das hinter dieser Annahme nicht steht, dass jeder Abitur machen wird, sondern, dass es wichtig ist, die Schüler zu ermutigen das Lern- und Lebensziel zu wählen, welches zu ihnen passt. Ein Busfahrer ist genauso wichtig für unsere Gesellschaft, wie ein Arzt oder Manager. Für die Kultur der Klax Schulen bedeutet dies, dass berufliche Hierarchien keine Rolle spielen und die Wertschätzung des Einzelnen eine hohe Priorität hat.

Insgesamt war der Kongress sehr interessant und der Austausch mit den Kollegen wie immer sehr informativ und anregend.

Einen ausführlichen Rückblick zum Kongress und weitere Informationen zum Invest in Future Kongress finden Sie hier.