Vom 25.09.2012 bis 28.09.2012 befand ich mich in Südengland und besuchte dort pädagogische Einrichtungen. Ich nahm viele wertvolle Erfahrungen mit zurück.

Unsere kleine Reisegruppe bestand aus Klax Pädagogen aus Berlin, Bayern und Schweden. Wir hatten die Gelegenheit mit Pädagogen aus Schulen und Kindergärten in Südengland zu sprechen und ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Dabei haben wir uns über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der nationalen Bildungsprogramme, die daraus resultierende Leitungsqualität und den Arbeitsmarkt ausgetauscht. Es fällt schon auf, wie stark die internationale Durchmischung der Kinder in den Betreuungseinrichtungen zugenommen hat. Aus Schweden gab es Berichte über Einrichtungen mit 50 Kindern, in denen 50 Sprachen gesprochen werden.

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In London sind wir auf einen Kindergarten gestoßen, der mit einer ähnlichen Situation zurecht kommen muss. In diesen Einrichtungen kann man über die allbekannten Bemühungen der Mittelschicht, ihre Kinder in bilingualen Einrichtungen unterzubringen, nur lachen. Der Kindergarten wird hier zum kulturellen Schmelztigel. Das ist eine Herausforderung, die hohe pädagogische Präsenz und viel Erfahrungswissen erfordert. Die Einbindung der Eltern ist hier unabdingbar. Der Kindergarten muss es schaffen die Familien in den Alltag zu integrieren, ohne dabei die fachliche Kompetenz und Handlungsfähigkeit der Institution einzuschränken. In der Chelsea Open Air Nursery in London hat man sich darüber viele Gedanken gemacht und gute Lösungen gefunden.

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Im Warwickhouse in Southampton konnten wir beobachten wie sich sinnvolle Beobachtungs-und Planungsinstrumente in den Alltag einflechten lassen.Die Leiterin berichtet uns wie schwer es in England ist, geeignetes pädagogisches Personal zu finden. Dieses Problem kennt man in Deutschland und Schweden auch sehr gut. Wir fühlen uns in diesen Momenten sehr europäisch. Der Kindergarten findet sich in einem europäischen Kontext aus sozialen Herausforderungen, nationalen Zielstellungen und personellen Mangelerscheinungen wieder. Ich empfinde dies durchaus als positiv. Probleme zu teilen, macht es möglich auch von den Lösungen der anderen zu lernen. Es macht also Sinn unterwegs zu sein und immer mal wieder über den Tellerrand zu sehen. Wieder zu Hause freuen wir uns darauf, dass die englischen Kolleginnen uns in Berlin, Stockholm und Kaufbeuren besuchen.