Heute verabschiedete ich die Leiterin der Krippe und des Kindergartens "Sankt Josef - Haus der Kinder", Annelie Gräser, aus ihrem aktiven Berufsleben.

Sie hat gemeinsam mit ihrer Tochter Antoinette Stöckeler diese Institution in Kaufbeuren aufgebaut und zur Exzellenz geführt.

Die Einrichtung nutzte ihr jährliches Sommerfest, um ihre ausscheidende Leiterin zu würdigen.

Ich hatte die Ehre auf dem Fest zu sprechen:

Liebe Kinder, liebe Eltern, liebe Vertreter der Pfarrgemeinde, der Stadt und des Trägers,
heute morgen um 10.00 Uhr stand ich mit meinen Töchtern und einem großen Blumenstrauß vor der Kita. Annelie führte uns herum. Wie bei jeder anderen unserer vielen Begegnungen erlebte ich eine pädagogische Führung, die vor guten Umsetzungen nur so strotzte.

Voller Anregungen und inspiriert stehe ich nun vor Ihnen. Sie müssen so glückliche Eltern sein. Ich kann Ihnen versichern, so gute Kindergärten und Krippen sind leider immer noch eine Seltenheit in Deutschland und auch in Europa. Wird das, was Annelie und ihre Tochter hier geschaffen haben, anderen ein Vorbild sein, damit bald jedes Kind in unserem Land so eine gute Einrichtung besuchen kann? Ich fürchte nicht. Erlauben Sie mir diesen einen politischen Exkurs trotz dieses feierlichen Moments.

Die Bundesregierung will Krippen schaffen, den Rechtsanspruch eines jeden Kindes auf einen Kitaplatz schon ab dem ersten Lebensjahr durchsetzen und doch wirken die aktuellen Aktivitäten der Regierung eher kontraproduktiv. Schleckermitarbeiterinnen und Menschen, die Harz IV beziehen,  sollen von nun an die bundesweit fehlenden Erzieherinnen ersetzen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte hier nicht gegen Menschen argumentieren, die an anderen Stellen unserer Gesellschaft wichtigen Tätigkeiten nachgehen oder auf Grund persönlicher Problemlagen unsere Hilfe brauchen.

Aber die Kinder in Krippen und Kindergärten brauchen Pädagogen, die mit Herzblut ihrer Arbeit nachgehen, die ihre Tätigkeit selbst gewählt haben, weil sie zu ihnen passt, weil sie gern mit Kindern zusammen sind und weil sie das Erzieherdasein zu ihrem Beruf und ihrer Berufung gemacht haben. Solche Leute arbeiten hier und leiten die Einrichtung.
Auch wenn Annelie heute geht, Antoinette wird hier bleiben und weiter für eine gute Qualität in der täglichen Arbeit sorgen.

Trotzdem wirst du, Annelie, uns allen sehr fehlen.

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